der dritte tag

am frühen morgen setzt der erste regen ein. ich warte auf das gewohnte geräusch auf dem glas, aber – es ist nichts zu hören. als ich rausgehe setzt sich die feutchtigkeit wie feiner staub auf der kleidung ab, auf der haut. jeder tag hier, hat seinen eigenen preis.

am mittag erreichen wir die kleine sandbucht an einem see, dessen namen wir schon vergessen hatten, bevor wir losfuhren. das grass ist klamm und klebt an den nackten füssen, das wasser: dunkel, spiegelt ab einem bestimmten grad: gleißendes metall, quecksilber, sagst du…

(wenn die uhr jetzt stehenbleiben würde, wäre es ein heller ton)

 

wir wachen auf

tag und nachtgleiche. auf 60 grad breite fällt die sonne weiss, wie die äste auf der flasche BELVEDERE; hinter dem daumen krümmen sich die brücken und dazwischen: die positionslichter eines tankers, stille bewegung bis eine flache hand das heck ins dunkel streicht

am abend: ein traum der nach flughafen riecht, nach halogen, billigem coffe to go. ich küsse deine lippen und du schmeckst nach nebel und schnee

ich stelle mir vor: jeder absatz ist ein neuer anfang

 

 

59°48’10.4″N 30°16’03.6″E