nachgedanken

 

ich sehe dich einmal im zug, jahre später (wieviele?), wie du einsteigst, am enderen ende des wagens. deine haare kürzer, wie damals. beim nächsten halt stehe ich auf, gehe die sitzreihen entlang, graue stoffbezüge; dichtes fell unter meinen fingern. ich stelle mir den moment vor: ich stehe vor dir, dein gesicht offen, etwas in den augen, das sucht, und dann die lautsprechanlage…
 

verlorene fragmente: schwarzer basalt, beim aufstieg rutscht einem der fuss ab, die überreste einer anderen welt, alles in den schuhen. weisses moos, kalk, kleine büsche, an den wir uns hochziehen. die stille oben dann, der wind, der uns den atem nimmt, das hemd vom körper schält und trotzdem, deine hand: die innenseite einer muschel, dunkler um die augen. wie soll man etwas beschreiben, dass man nicht vollständig begreift, nur aufnimmt? der körper ein schwamm in diesen momenten, löschpapier. wo anfangen, bei der materie? aber aus welcher art materie bestehen erinnerungen?

 

so stehe ich da, mund offen, die stimme aus dem lautsprecher längst verklungen, und merke erst jetzt, dass es nicht du bist, die mich überrascht anschaut, es sind nicht deine hände, gelenke auf die ich starre…

 

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